Publiziert am 02/02/2026

Die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab ist eine spannende technologische Herausforderung – bringt jedoch auch große Verantwortung mit sich. Um Sicherheit in jeder Phase zu gewährleisten, braucht es fundiertes und bewährtes Fachwissen. Sicherheit steht im Zentrum aller Aktivitäten von Lhyfe: von der Planung unserer Produktionsanlagen bis hin zu den täglichen Abläufen vor Ort. Hinter jedem Molekül Wasserstoff, das wir produzieren, steht ein Team, das dafür sorgt, dass Sicherheit niemals dem Zufall überlassen wird. Für uns ist Sicherheit keine Checkliste – sie ist eine Kompetenz.

Wir haben mit Marc Rousset, Process Safety Lead bei Lhyfe, darüber gesprochen, was Sicherheit im Alltag bei Lhyfe konkret bedeutet.

Eine Rolle an der Schnittstelle zwischen Planung und Betrieb

Marc ist Teil des Health, Safety and Environment (HSE)-Teams von Lhyfe. Seine Aufgabe? Industrielle Risiken an Wasserstoffproduktionsstandorten zu identifizieren, zu bewerten und zu reduzieren – und sicherzustellen, dass die bereits in der Planungsphase definierten Sicherheitsmaßnahmen während der gesamten Betriebsdauer eines Standorts wirksam umgesetzt und aufrechterhalten werden, bis hin zur Wasserstofflieferung.

Einer der Vorteile bei Lhyfe ist, dass wir als integrierter Betreiber arbeiten“, erklärt Marc. „Das bedeutet, dass ich sowohl mit den Planungsteams – Prozessingenieuren, Elektrikern und Projektmanagern – als auch mit den Betriebs- und Wartungsteams zusammenarbeite, die unsere Anlagen im Alltag betreiben. Meine Aufgabe ist es, diese beiden Welten miteinander zu verbinden und sicherzustellen, dass das, was auf dem Papier geplant wurde, auch in der Praxis umgesetzt wird.“

Über die Grenzen von Lhyfe hinaus arbeitet Marc außerdem mit Lieferanten zusammen und beteiligt sich an Arbeitsgruppen zum Thema Wasserstoff. So wird sichergestellt, dass sich die Praktiken im Einklang mit internationalen Standards und den Erkenntnissen aus dem gesamten Sektor weiterentwickeln.

Von der Risikoanalyse zur Sicherheit im realen Betrieb

Sicherheit beginnt bei Lhyfe lange bevor eine Anlage gebaut wird. Bereits in der Planungsphase führt das Team umfassende Risikoanalysen durch – etwa HAZOP (Hazard and Operability Study), LOPA (Layer of Protection Analysis) sowie weitere Gefahrenanalysen, die für Umweltgenehmigungen erforderlich sind.

Diese Studien helfen dabei, kritische Szenarien frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzebenen festzulegen: Sensoren, automatische Abschaltungen, Schutzsysteme oder Anpassungen im Prozessdesign.

Doch damit endet die Arbeit nicht. Sobald eine Anlage in Betrieb ist, überprüfen Marc und seine Kollegen regelmäßig, ob die Sicherheitsbarrieren vorhanden, funktionsfähig und langfristig zuverlässig sind. Dazu gehören Inspektionen, Audits und Tests, die sicherstellen, dass Anlagen und Verfahren weiterhin wie vorgesehen funktionieren.

Die wichtigsten Sicherheitsrisiken bei Wasserstoff – und wie wir damit umgehen

Wasserstoff ist ein sauberer Energieträger – muss jedoch mit besonderer Sorgfalt gehandhabt werden. Marc beschreibt die wichtigsten Risiken an den grünen Wasserstoffstandorten von Lhyfe:

  • Brand- und Explosionsrisiken: Wasserstoff ist hochentzündlich und hat einen großen Explosionsbereich. Eine sorgfältige ATEX-Zoneneinteilung, geeignete Ausrüstung und strenge Präventionsmaßnahmen sind daher entscheidend.
  • Druckrisiken: Für den Transport wird Wasserstoff auf bis zu 400 bar komprimiert. Hochdruckanlagen und Anschlussvorgänge sind besonders sensible Phasen.
  • Elektrische Risiken: Elektrolyseure werden mit Hochspannungs-Gleichstrom betrieben und bringen spezifische elektrische Gefahren mit sich.
  • Erstickungsrisiken (Anoxie): Auf den Anlagen wird Stickstoff verwendet. Bei Leckagen kann Sauerstoff in geschlossenen Räumen verdrängt werden.
  • Logistische Risiken: Wasserstoff wird per Lkw transportiert. Große Rangierflächen bedeuten zusätzliche Gefahren im Zusammenhang mit Verkehr und Bewegungen auf dem Gelände.

Für jedes dieser Risiken hat Lhyfe Präventions- und Schutzmaßnahmen eingeführt – von Überwachungssystemen und angepasster Infrastruktur bis hin zu Schulungen für Betreiber und standardisierten Verfahren auf den Standorten.

Sicherheit ist bei Lhyfe keine Checkliste – sondern eine Kultur

Bei Lhyfe wird Sicherheit nicht nur in Berichten verwaltet – sie wird täglich gelebt.

  • HSE-Supervisoren besuchen die Standorte wöchentlich, um die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu überprüfen und Feedback aus dem Betrieb zu sammeln.
  • Regelmäßige Audits identifizieren Verbesserungspotenziale und führen zu konkreten Aktionsplänen.
  • Offene Kommunikation wird gefördert, sodass jeder Mitarbeitende Sicherheitsbedenken oder Verbesserungsvorschläge ansprechen kann.

Sicherheit geht uns alle an“, sagt Marc. „Der Schlüssel ist Vertrauen und Dialog. Nur so können wir uns gemeinsam verbessern.“

Dieser kollaborative Ansatz schafft eine echte Sicherheitskultur, in der jede Person aktiv zur Risikoprävention beiträgt.

 

Gemeinsam lernen – und zum gesamten Wasserstoffsektor beitragen

Die Sicherheit im Umgang mit Wasserstoff ist keine Herausforderung, die wir allein bewältigen. Lhyfe teilt seine Erfahrungen auch über die eigenen Standorte hinaus. Wir beteiligen uns an nationalen und internationalen Arbeitsgruppen zum Thema Wasserstoff – beispielsweise über France Hydrogène.

Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns:

  • neue Vorschriften und Standards frühzeitig zu verfolgen
  • bewährte Praktiken mit anderen Akteuren der Branche auszutauschen
  • aus Vorfällen und Beinahe-Unfällen zu lernen, die im Sektor gemeldet werden – etwa über branchenweite „Safety Flash“-Meldungen

Jeder Unfall ist eine Lektion“, sagt Marc. „Die Frage, die wir uns immer stellen, ist: Könnte das auch hier passieren? Und wenn ja – was müssen wir tun, um es zu verhindern?“

 

Motivation und Stolz: Sicherheit für eine dekarbonisierte Zukunft

Für Marc ist die Motivation klar:

Es ist eine großartige Aufgabe: technologische Risiken zu reduzieren und gleichzeitig ein Unternehmen zu unterstützen, das die industrielle Dekarbonisierung vorantreibt. Das motiviert mich jeden Tag.“

Besonders stolz ist er auf die erfolgreiche Einführung eines standardisierten Ansatzes zur Verwaltung des Lebenszyklus von Sicherheitsfunktionen. Diese Methodik, die inzwischen bei Lhyfe angewendet wird, stärkt die Robustheit der Anlagen und bringt Planungs- und Betriebsteams durch gemeinsame Sicherheitspraktiken näher zusammen.

 

Sicherheit im Zentrum unserer Mission

Bei Lhyfe ist Sicherheit kein nachträglicher Gedanke – sie ist das Fundament unseres Handelns in der Produktion von grünem Wasserstoff. Von der Planung bis zum Betrieb und über Ländergrenzen hinweg arbeitet unser HSE-Team jeden Tag daran, Risiken frühzeitig zu erkennen, zu kontrollieren und zu reduzieren.